Diskriminierung keine Chance geben

von ANMIC

27. Februar 2019

Nationale ANMIC hat Antidiskriminierungsbüro eingerichtet

Die Nationale Vereinigung der Zivilinvaliden und -versehrten (Nationale ANMIC) hat ein Büro für Diskriminierungsfälle eingerichtet, um betroffene Zivilinvaliden zu unterstützen. Wie wichtig dies ist, zeigt ein Fall aus der Provinz Pisa, bei dem sich Misshandlungen in einer Einrichtung für schwer behinderte Menschen ereigneten.

Angefangen hat alles im August 2016, als eine Mutter blaue Flecken und Kratzspuren auf der Haut ihres Sohnes feststellte. Nachdem sie bei den Carabinieri Anzeige erstattet hatte und folglich Videokameras in der Einrichtung installiert wurden, bewahrheitete sich ihre Befürchtung: Die Patienten waren Gewalt, Aggressionen und Beschimpfungen seitens der Pfleger ausgesetzt. Grundlos wurden sie z.B. während der Mahlzeiten geschlagen, gestoßen und beleidigt. Im Ganzen wurden so 28 junge Männer misshandelt.

Heute ist der Fall noch nicht abgeschlossen: „Wir fordern in ganz Italien die Überwachung durch Videogeräten und zwar in allen Einrichtungen für Personen mit Behinderung“ erklärte der Nationalpräsident Nazaro Pagano bei einer Senatsanhörung in Rom.

Auch in Südtirol darf es für solche Fälle keinen Platz geben. Alle Mitglieder der Vereinigung der Zivilinvaliden (ANMIC Südtirol) können ihre Anliegen persönlich im Hauptsitz in der Dantestraße 20/B in Bozen oder telefonisch unter 0471/270700 vorbringen. Alternativ dazu können diese als E-Mail an info@anmic.bz oder mittels Einschreiben an folgende Adresse geschickt werden: ANMIC Südtirol, Dantestraße 20/B, 39100 Bozen.

Die Anliegen werden anschließend in Zusammenarbeit mit dem Antidiskriminierungsbüro der Nationalen ANMIC untersucht, damit entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können.

Ziel ist es, all jenen Personen eine Anlauf- und Hilfestelle zu bieten, welche sich tagtäglich mit ihrer Invalidität, Krankheit oder Behinderung auseinandersetzen müssen und zusätzlich mit Vorurteilen, Schikanen, Diskriminierungen oder sogar mit Missbrauchssituationen konfrontiert sind.

 

Bild: CC0 1.0 Universal, www.unsplash.com

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